Definition Social-Media-Monitoring (Dt.: Soziale-Medien-Beobachtung) ist ein Schlagwort, unter dem die Identifikation, Beobachtung
und Analyse (Monitoring) von benutzergenerierten Inhalten (Media bzw. User-Generated-Content UGC) in sozialen Netzwerken (Social) zu Marktforschungszwecken verstanden wird.Abgrenzung zu Webmonitoring
Beim Social-Media-Monitoring wird nur der User Generated Content ausgewertet, kommerzielle Berichte und Artikel so wie News, werden innerhalb der Erhebungen nicht berücksichtigt.
Bedeutung/Relevanz In unzähligen Weblogs, Foren, Sozialen Netwerken, Fotoportalen, Videoportalen und Bewertungsportalen publizieren Internet-Teilnehmer, sog. Benutzer/User ihre Meinungen, Erfahrungen und Interessen. Die dort
entstehenden Beiträge und Diskussionen bieten eine breite Quelle an Informationen zu Marktforschungszwecken. Einige Fakten verdeutlichen die Größe der Datenmenge, aus der geforscht werden kann. So bedienen sich weltweit zwei Drittel
aller Internetbenutzer an Social-Media-Angeboten. Über 90% der 14-29-jährigen deutschen Internetuser nutzen Social Media. Zudem treffen 96% der deutschen Haushalte Kaufentscheidungen über das Internet. Zumeist sind Erfahrungsberichte
und Meinungen anderer Benutzer für einen Kaufentschluss ausschlaggebend. Durch die Veröffentlichung von Erfahrungsberichten und Meinungen zu Unternehmen, Produkten, Personen und Sachverhalten sowie von Falschmeldungen und
rechtswidrigen Inhalten über Personen und Produkte, ist ein Monitoring für verschiedene Personen, Interessensgemeinschaften, Politiker oder Unternehmen zur täglichen Praxis geworden.
Zielgruppe Social-Media-Monitoring
bietet sich für jede Person an, die im öffentlichen Interesse steht. Privatpersonen monitoren z. B. Neuigkeiten zu ihren Interessen, zum Beruf oder UGC zu Produkten, die ihnen die Kaufentscheidung erleichtern. Professionell monitoren
Unternehmen (B2C) und Journalisten (UGC). Politische Parteien und prominente Persönlichkeiten sind ebenfalls von UGC betroffen und nehmen sich somit vereinzelt des Themas an.
Methoden
- Professionelles Social-Media-Monitoring
Verschiedene Dienstleister haben sich auf das Monitoring von Social Media spezialisiert. Bei der Identifikation und Analyse bedienen sich die Unternehmen dabei verschiedener Methoden:
1. Automatisches Monitoring:
Hier werden Inhalte mit Hilfe einer Software identifiziert und semantisch analysiert. Diese Vorgehensweise erweist sich als kostengünstig, jedoch sind auf Grund der mangelhaften softwaretechnischen Möglichkeiten die Ergebnisse größtenteils unbrauchbar.
2. Halbautomatisches Montoring:
Die unterschiedlichen Quellen werden mit Hilfe einer Software automatisch zur Verfügung gestellt. Mit der Hilfe ausgebildeter Rechercheure (Informationswirte, Dokumentare) werden Suchanfragen kreiert, um relevante Ergebnisse zu erhalten. Diese werden von Experten mit wirtschaftswissenschaftlichem, politischem oder journalistischem Wissen ausgewertet.
3. Manuelles Monitoring:
Social Networks werden von Web-Spezialisten (u.a. Informationswirte) identifiziert und von den o.g. Experten ausgewertet. Dies ist zwar die teuerste, aber effektivste Lösung um ein Social-Media-Monitoring im vollen Umfang und qualitativ hochwertig zu gewährleisten.
Privates Monitoring Für private User stehen mittlerweile eine Vielzahl von Tools zum Social-Media-Monitoring bereit. Beispiel: Rss-Feeds, Twitter, Newsletter, Newsgroups
Gründe Zum einen können Imageanalysen, Wettbewerbsvorteile, Wettbewerbsbeobachtung, Stimmungen, Kundenwünsche und die Aufmerksamkeit für Personen, Sachverhalte und Unternehmen schnell und zumeist unproblematisch
identifiziert und analysiert werden. Die Reichweite, Schnelligkeit und Aktualität sind in keinem anderen Kommunikationsmedium so hoch wie im Internet. Somit bieten die Ergebnisse des Monitorings aktuelle, aufschlussreiche Erkenntnisse
zu:
- Stimmungen
- Image
- Hilfen zur Kaufentscheidung
- Nachrichten, die nicht in der Presse erscheinen
- Wettbewerbern
- Marketingerfolgen
usw.
Social-Media-Monitoring bietet sich zudem als Frühwarnsystem für Unternehmen und deren Produkte über ihre eigenen Verbesserungsbereiche an. |